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Programm
"Erwachsen werden" (Texte aus: http://www.lions-quest.de)
Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen
wissen, dass es nicht (mehr) genügt, sich im Unterricht auf
die Vermittlung von Fachwissen zu beschränken. Ob sie es
wollen oder nicht, sie sind heute als Erzieher in einer Weise
gefordert, auf die ihre Lehrerausbildung kaum oder gar nicht eingegangen
ist.
Punktuelle Aktivitäten und "Krisensitzungen" mit
der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer reichen oft nicht aus,
um Schülerinnen und Schüler in ihren sozialen Kompetenzen
und in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit nachhaltig zu
fördern.
Hier will und kann das Lions-Quest Programm "Erwachsen werden"
wirksame Hilfe für die Unterrichtspraxis anbieten.
Was ist Lions-Quest ? (Quest = Suche, engl.)
Lions-Quest ist 1984 entstanden
als eine vertraglich vereinbarte Kooperation zwischen Lions Clubs
International, der größten weltweiten Service-Organisation
mit ca. 1,5 Millionen Mitgliedern in 193 Ländern, und Quest
International, einer in den USA beheimateten gemeinnützigen
Stiftung (non profit organization).
Quest International entwickelte seit 1974 Programme und Materialien,
die einer positiven Persönlichkeitsentwicklung von Kindern
und Jugendlichen dienen und ihnen helfen, Lebensfertigkeiten ("Life
Skills") wie Selbstvertrauen, Lebensfreude, Beziehungsfähigkeit,
Verantwortungsbewusstsein und Engagement aufzubauen und zu festigen.
Lions Clubs International informiert seine Mitglieder und die
Öffentlichkeit über diese Programme und fördert
ihre Einführung und Umsetzung in der Schule durch Finanzierung
der Teilnahme von Lehrkräften an den Seminaren und oft auch
durch die Übernahme der Kosten für Unterrichtsmaterialien
als Vor-Ort-Activity der Lions Clubs.
Ziele von Lions-Quest "Erwachsen werden"
und Umsetzung in der Schule
Die Förderung sozialer Kompetenzen
junger Menschen in der Schule steht im Mittelpunkt von „Erwachsen
werden“. Das Programm will die Schülerinnen und Schüler
dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative
Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen
und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag
zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät
gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden.
Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems
Orientierung anbieten. Damit ordnet sich das Konzept in den Ansatz
der Life-Skills-Erziehung („Lebenskompetenz-Erziehung“)
ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten
bei der Prävention (selbst-) zerstörerischer Verhaltensweisen
zugesprochen werden.
Seit vielen Jahren arbeiteten die
beiden Partner Lions Clubs International und Quest International
erfolgreich zusammen: Quest International, eine amerikanische
nonprofit-Organisation, zeichnete für das pädagogische
Konzept und für die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer
verantwortlich, Lions Clubs International stellte als eine für
Hilfsbereitschaft, Humanität und Völkerverständigung
engagierte Vereinigung die organisatorischen und finanziellen
Mittel dafür bereit. Seit Oktober 2002 ist Lions Clubs International
Foundation Eigentümerin der Lions-Quest-Programme.
„Erwachsen werden“
wurde 1984 in den USA unter dem Titel „Skills for Adolescence“
entwickelt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler
im Alter von 10 bis etwa 14/15 Jahren. Das Programm wurde bis
heute in 14 Sprachen übersetzt und in mehr als 40 Ländern
der Erde eingeführt. Seit 1986 wird es auch in europäischen
Staaten (z.B. Belgien, Dänemark, Finnland, Italien, Island,
Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden) mit großem Erfolg
angewandt. Seit 1993, dem „Geburtsjahr“ von „Erwachsen
werden“ in Deutschland, haben bei uns mehr als 19.000 Lehrerinnen
und Lehrer an einem der über 700 Einführungs- und Aufbauseminare
(05/2003) teilgenommen.
Nach Erprobung mit einer provisorischen
Fassung wurde das Material 1996 in einer ersten vollständigen
Ausgabe den gesellschaftlichen Strukturen und den Schulverhältnissen
in Deutschland angepasst. Seit August 2000 liegt die zweite, vollständig
überarbeitete Ausgabe der Materialsammlung mit Planungshilfen
und Kopiervorlagen für den Unterricht vor, in der die Erfahrungen
deutscher Schulen aus drei Jahren Arbeit mit dem Programm eingearbeitet
wurden. Weil es für „Erwachsen werden“ ein wichtiges
Anliegen ist, die am Erziehungsprozess Beteiligten miteinander
zu vernetzen, gehören auch das Elternheft „Jahre der
Überraschungen“ ( auch in russischer und in türkischer
Übersetzung erhältlich ) und Elternbriefe zu den 7 Teilen
des Programms zur Unterstützung schulischer Elternarbeit
zum Material.
Die Entwicklung der deutschen Ausgabe
von „Erwachsen werden“ wird von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann
als wissenschaftlichem Berater und einem wissenschaftlichen Beirat
begleitet. Die Universitäten Bielefeld, Leipzig und Nürnberg/Erlangen
untersuchen zur Zeit die Umsetzung des Programms an deutschen
Schulen. Die überaus positiven Ergebnisse der Untersuchung
aus Bielefeld liegen seit Mai 2002 vor.
„Erwachsen werden“
knüpft an vielen Lehrerinnen und Lehrern bereits bekannte
Erfahrungen und Methoden (Interaktionsspiele, Visualisierung,
Rollenspiele, Modelllernen...) an und verbindet diese mit Themen,
die in der Pubertät im Vordergrund stehen.
Inhaltliche Gliederung des Programms
Jeder der sieben Teile von „Erwachsen werden“
ist einem besonderen Thema gewidmet.
1. Teil
- Ich und meine (neue) Gruppe
Der erste Teil beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person:
Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um?
Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich?
Diese Themen schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle
und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame
Arbeit mit den weiteren Teilen des Programms. Als Angebot sind
Themen eingefügt, die helfen können, die begonnene bzw.
bevorstehende Lebensphase der Pubertät besser zu verstehen
und zu bewältigen.
2.
Teil - Stärkung des Selbstvertrauens
Ein angemessenes realistisches Selbstvertrauen ist für die
Entwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung.
Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf gründet sich mein
Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen
anderer stärken? Mit diesen Fragen beschäftigen sich
die Themen des zweiten Teils. Sich der eigenen Fähigkeiten
und Stärken bewusst werden, diese auch einzusetzen und dafür
Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden
Selbstvertrauens.
3.
Teil - Mit Gefühlen umgehen
„Ich verstehe mich und meine Gefühle
besser.“ Die Kinder und Jugendlichen werden in der Fähigkeit
gefördert, eigene Gefühle wahr und ernst zu nehmen,
sie zu akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen,
das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft.
Ein wichtiges Thema in diesem Teil ist auch der Umgang mit belastenden
Situationen.
4. Teil - Die Beziehungen
zu meinen Freunden
„Ich tue etwas für meine Freundschaften.“
Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln,
verbessern? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man
Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder
Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht
man mit Enttäuschungen, mit einem Verlust um?
5.
Teil - Mein Zuhause
Wo ist mein Zuhause? Die Zusammensetzung der
Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten
verändert.
Welche Erwartungen und Wünsche haben Kinder und Jugendliche,
was empfinden sie als enttäuschend oder konfliktträchtig?
Dieser Teil regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses
und in anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung
der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.
6.
Teil - Es gibt Versuchungen: Entscheide dich
„Ich treffe meine Entscheidungen.“
In diesem Teil geht es um das Problem der Verantwortung eigener
Entscheidungen u.a. zu den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen
Körper, berufliche Zukunft. Hier werden auch Informationen
über Suchtmittel und Fragen des Suchtverhaltens aufgegriffen:
z.B. Wirkung von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen, die Rolle der
Werbung und der Medien, Vermeidung von Suchtverhalten.
7.
Teil - Ich weiß, was ich will
„Ich weiß, was ich will.“
Kinder und Jugendliche haben viele Träume und Hoffnungen,
was sie einmal in ihrem Leben erreichen möchten. Doch damit
ihre Träume und Hoffnungen Realität werden können,
müssen sie sich Ziele setzen und sich auf den Weg machen.
Mit Überlegung, Anstrengung, Geduld und Selbstdisziplin lässt
sich Vieles erreichen. Der letzte Teil von „Erwachsen werden“
vermittelt Hilfen zu diesem Weg.
Die Teile des Programms bilden ein Angebot für ein vollständiges,
fächerübergreifendes Curriculum, das außerdem
noch zahlreiche Anlässe bietet, Elternhaus und soziales Umfeld
der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen.
Zum Weiterlesen: http://www.lions-quest.de
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