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Entwicklung von Lernkompetenz: Inhaltsbezogenes Lernen

1. Kompetenzerwerb (insbes. prozessbezogene Komp.)

 


Begriffserklärungen

Nach den unbefriedigenden Ergebnissen mehrerer Studien (PISA, TIMMS, ...) wurde Ende der 90er Jahre ein große Veränderung in der Bildungspolitik eingeleitet: Mit der Festlegung von Bildungsstandards wurde ein Wechsel von der Lernzielorientierung zur Kompetenzorientierung von Unterricht vollzogen.
Der nachfolgende Text mit den graufarbenen Überschriften, zitiert aus den niedersächsischen Kerncurricula, gibt zunächst eine Übersicht der Begriffe mit Erklärungen.
Nachfolgend wird kurz das Vorgehen unserer Schule beschrieben.

 


Kerncurricula und Bildungsstandards als Grundlage

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung sind zentrale Anliegen im Bildungswesen. Grundlage von Bildung ist der Erwerb von gesichertem Verfügungs- und Orientierungswissen, das die Schülerinnen und Schüler zu einem wirksamen und verantwortlichen Handeln auch über die Schule hinaus befähigt. Den Ergebnissen von Lehr- und Lernprozessen im Unterricht kommt damit eine herausragende Bedeutung zu. Sie werden in Bildungsstandards und Kerncurricula beschrieben.

Für eine Reihe von Fächern hat die Kultusministerkonferenz Bildungsstandards verabschiedet, durch die eine bundesweit einheitliche und damit vergleichbare Grundlage der fachspezifischen Anforderungen gelegt ist. Die niedersächsischen Kerncurricula nehmen die Gedanken dieser Bildungsstandards auf und konkretisieren sie, indem sie fachspezifische Kompetenzen für Doppeljahrgänge ausweisen und die dafür notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten benennen. In Kerncurricula soll ein gemeinsam geteilter Bestand an Wissen bestimmt werden, worüber Schülerinnen und Schüler in Anforderungssituationen
verfügen.

 


Kompetenzen

Kompetenzen umfassen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten, aber auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, über die Schülerinnen und Schüler verfügen müssen, um Anforderungssituationen gewachsen zu sein. Kompetenzerwerb zeigt sich darin, dass zunehmend komplexere Aufgabenstellungen gelöst werden können. Deren Bewältigung setzt gesichertes Wissen und die Kenntnis und Anwendung fachbezogener Verfahren voraus.

Schülerinnen und Schüler sind kompetent, wenn sie zur Bewältigung von Anforderungssituationen
auf vorhandenes Wissen zurückgreifen,
die Fähigkeit besitzen, sich erforderliches Wissen zu beschaffen,
zentrale Zusammenhänge des jeweiligen Sach- bzw. Handlungsbereichs erkennen,
angemessene Handlungsschritte durchdenken und planen,
Lösungsmöglichkeiten kreativ erproben,
angemessene Handlungsentscheidungen treffen,
beim Handeln verfügbare Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen,
das Ergebnis des eigenen Handelns an angemessenen Kriterien überprüfen.

 


Kompetenzerwerb

Der Kompetenzerwerb beginnt bereits vor der Einschulung, wird in der Schule in zunehmender qualitativer Ausprägung fortgesetzt und auch im beruflichen Leben weitergeführt. Im Unterricht soll der Aufbau von Kompetenzen systematisch und kumulativ erfolgen; Wissen und Können sind gleichermaßen zu berücksichtigen.
Dabei ist zu beachten, dass Wissen „träges“, an spezifische Lernkontexte gebundenes Wissen bleibt, wenn es nicht aktuell und in verschiedenen Kontexten genutzt werden kann. Die Anwendung des Gelernten auf neue Themen, die Verankerung des Neuen im schon Bekannten und Gekonnten, der Erwerb und die Nutzung von Lernstrategien und die Kontrolle des eigenen Lernprozesses spielen beim Kompetenzerwerb eine wichtige Rolle.
Lernstrategien wie Organisieren, Wiedergabe von auswendig Gelerntem (Memorieren) und Verknüpfung des Neuen mit bekanntem Wissen (Elaborieren) sind in der Regel fachspezifisch lehr- und lernbar und führen dazu, dass Lernprozesse bewusst gestaltet werden können. Planung, Kontrolle und Reflexion des Lernprozesses ermöglichen die Einsicht darin, was, wie und wie gut gelernt wurde.

 


Struktur der Kerncurricula

Kerncurricula haben eine gemeinsame Grundstruktur: Sie weisen inhaltsbezogene und prozessbezogene Kompetenzbereiche aus. Die Verknüpfung beider Kompetenzbereiche muss geleistet werden.
Die prozessbezogenen Kompetenzbereiche beziehen sich auf Verfahren, die von Schülerinnen
und Schülern verstanden und beherrscht werden sollen, um Wissen anwenden zu können.
Sie umfassen diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die einerseits die Grundlage, andererseits das Ziel für die Erarbeitung und Bearbeitung der inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche sind, zum Beispiel
Symbol- oder Fachsprache kennen, verstehen und anwenden,
fachspezifische Methoden und Verfahren kennen und zur Erkenntnisgewinnung nutzen,
Verfahren zum selbstständigen Lernen und zur Reflexion über Lernprozesse kennen und einsetzen,
Zusammenhänge erarbeiten und erkennen sowie ihre Kenntnis bei der Problemlösung nutzen.

Die inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche sind fachbezogen; es wird bestimmt, über welches Wissen die Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Inhaltsbereich verfügen sollen. Kerncurricula greifen diese Grundstruktur unter fachspezifischen Gesichtspunkten sowohl im Primarbereich als auch im Sekundarbereich auf. Durch die Wahl und Zusammenstellung der Kompetenzbereiche wird der intendierte didaktische Ansatz des jeweiligen Unterrichtsfachs deutlich. Die erwarteten Kompetenzen beziehen sich vorrangig auf diejenigen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, über die Schülerinnen und Schüler am Ende von Doppeljahrgängen verfügen sollen. Wichtig ist auch die Förderung von sozialen und personalen Kompetenzen, die über das Fachliche
hinausgehen.

 


Vorgehen unserer Schule

Das Vorgehen unserer Schule ist den Fachkonferenzen überantwortet worden.

Erste Maßnahmen:

1. Besuch von Lehrerfortbildungen der Landesschulbehörde in den Hauptfächern:
    - Mathematik (2007)
    - Englisch (2008)
    - Deutsch (2007)

2. Thematische Fachkonferenzen

3. Planung und Durchführung der Neueinführung von kompetenzorientierten Lehrwerken:
   - Mathematik (zum Schuljahr 2009/2010)
   - Deutsch (zum Schuljahr 2007/2008)
   - Englisch (zum Schuljahr 2008/2009)
  dazu: Anschaffung von geeigneten Unterrichtsmaterialien zum Kompetenzerwerb

4. Durchführung von fachspezifischen Kompetenztests, z.B.:
    - 14tägige Basiswissentests im Fach Mathematik (verbunden mit Selbsteinschätzungsbögen)
    - Anpassung der Struktur von Klassenarbeiten an die Abschlussarbeiten (Allg. Teil, Wahlteil)
    - Sprachkompetenztests in Englisch

5. Gestaltung von neuen schuleigenen Lehrplänen auf Basis der Kerncurricula nach einer Erprobungsphase der neuen Lehrwerke, die als Basis dienen sollen.
 


 
 

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